Ulm hat einen Weihnachtsmarkt mit Jahrhunderte langer Tradition. Wie lange der Markt bereits existiert ist dabei nicht genau belegt. Die Zahl schwankt zwischen 400 und 700 Jahren. Zu Beginn der Tradition fand der Markt nach heutigen Erkenntnissen nur einen Tag lang statt. Der Markt in Ulm wurde aber zu Beginn des 17. Jahrhunderts bereits um einen Tag erweitert.
Selbst im 30-jährigen Krieg fand der Weihnachtsmarkt in Ulm statt und wurde sogar zeitlich erweitert – fünf Tage dauerte der Markt am Ende des Krieges. Der Markt in Ulm fand allerdings nicht an seiner heutigen Stelle statt. Vielmehr waren die Marktplätze zu dieser Zeit um das Rathaus angesiedelt. Auch in Ulm wurde dieser Brauch gepflegt.
Wie bei anderen Weihnachtsmärkten auch, war auch er zunächst dazu gedacht, die notwendigen Utensilien für die Wintermonate erwerben zu können. Deshalb war vermutlich von Weihnachtsstimmung nicht viel zu bemerken. Überliefert ist, dass in Ulm Krüge und Töpfe verkauft wurden. Und auch Steingut und andere Gebrauchsgegenstände waren vorhanden. Mitt des 18. Jahrhunderts sanken allerdings die Umsätze der Händler. Deshalb wurde beschlossen, mehr Möglichkeiten zur Vergnügung in den Markt zu integrieren.
1781 wurde der Markt von über 800 Händlern besucht, die nicht nur aus Deutschland kamen, sondern auch als Mailand und Moskau anreisten. Ulm wurde in dieser Zeit durch den Markt zu einem wichtigen Handelsplatz für weihnachtliche Waren.
Der Umzug an den heutigen Platz erfolgte schließlich 1805. Ulm richtete den Markt bereits zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nur zum Handel aus. Vielmehr wurden Unterhaltungsprogramme eingebaut, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene viel zu bieten hatte.
Eine weitere Umgestaltung fand 1984 statt. Damals wurde der Markt in Ulm auf seine heutige Ausrichtung festgelegt. Die Ausrichtung machte den Markt weltweit bekannt. Neben Touristen aus Frankreich sind auch regelmäßig Besucher aus Japan, China, Amerika und anderen Staaten anzutreffen. Und noch heute ist die Zahl der Besucher steigend.